
[foto via fulmini & saette]
ich wünsche mir ein schneckenhaus.
das immer bei mir ist, zu jeder zeit und an jedem ort wo ich bin. unauffällig sollte es sein, am besten unsichtbar. auch leicht, aber trotzdem schwer genug dass ich es spüre. so dass es mir bewusst bleibt und mir die sicherheit gibt, mir in jeder situation zur verfügung zu stehen.
das licht von außen sollte durch die schale nur ganz gedämpft nach innen dringen, dämmerig in warmen farbtönen. und still sollte es darinnen sein, bis auf ein sanftes rauschen, dass tief aus dem innern der spiralförmigen windungen kommt, so wie aus den großen muscheln am meer.
hitzebeständig sollte es sein, damit ich es auch in fiebrig glühendem zustand aufsuchen kann. gleichzeitig sollte es unempfindlich gegen niedrige temperaturen sein, so dass es die zeiten meiner starren kälte ohne schäden übersteht.
es sollte die zeit anhalten für die momente, in denen ich mich darin zurückziehe. damit sich niemand mehr darum sorgen machen muss, dass ich verglühe, wenn sich in mir mal wieder ein feuer aus tausend lodernden flammen ausbreitet. damit niemand mehr weinend von mir abschied nimmt, weil er denkt, ich sei für immer erfroren. damit ich während meines aufenthalts im schneckenhaus keine der schwarzen regenwolken verpasse, die über meinen horizont ziehen, damit mir keiner der sonnenstrahlen entgeht, der mir zublinzeln will.
und es sollte nur platz für einen einzigen bewohner haben. damit ich nie in die gefahr komme, jemanden darin einzusperren, mich von jemandem dort festhalten zu lassen – oder freiwillig darin hängen zu bleiben.


